Wenn der Koffer zur Hochzeits-Laube wird

Beim Familienkonzert der BoSy überzeugen das theater fayoum und andere mit einer kindgerechten Fassung von Orpheus und Eurydike

Antje Grajetzky

Die Geburt der Musik, der Tartaros, der Styx und der Fährmann Charon, dazwischen Orpheus, der seine geliebte Eurydike ins Leben zurückführen möchte - und Musik, die immerhin schon fast 404 Jahre alt ist. Wie soll man das Kindern erklären? Ganz einfach: Mit dem theater fayoum und dem Ensemble Bel Tempo.

theater fayoum - das ist das junge Ehepaar Tina und Oliver S. El-Fayoumy. Seit einigen Spielzeiten produzieren sie Kinderkonzerte für die Düsseldorfer Tonhalle, mit großem Erfolg. Gemeinsam mit dem Bel Tempo Ensemble für alte Musik und der Sopranistin Stefanie Kunschke und dem Tenor Achim Kleinlein brachten sie in den Kammerspielen "L´Orfeo" mit Musikausschnitten aus Claudio Monteverdis Oper auf die Bühne. Auch Instrumentalisten der BoSy wirkten bei dieser Aufführung mit.

Alle Mitwirkenden sind professionelle und nicht selten mit Preisen ausgezeichnete Musiker und Darsteller. Das ist bei Kinderproduktionen noch immer nicht selbstverständlich, aber umso wichtiger. Denn auch bei der Geschichte um Orpheus und Eurydike geht es schließlich um Alles oder Nichts.

Es beginnt mit der Geburt des Orpheus aus einem Koffer. Der macht schon beim Öffnen seltsame Geräusche. Erst auf den zweiten Blick ist zu bemerken, dass die Musiker diese Geräusche machen. Später hört man die Tiere, die Orpheus nachlaufen, das Wasserglucksen und die Wellen, wenn Eurydike ihr morgendliches Bad nimmt. Mit einer Tonspur begleitet das Ensemble Bel Tempo die Erzählung darüber, wie die Musik zu den Menschen kam. Aber natürlich wurde auch richtig musiziert. Orpheus und Eurydike gab es als Darsteller und als Sänger, zu hören waren Arien aus L´Orfeo von Monteverdi.

Orpheus und Eurydike heiraten. Flugs wird ein Blumenkasten an den Koffer gehängt, und die Verliebten hockten sich hinein und löffeln von einem Teller: ein Bild für die Götter. Aber die sorgen ja im Weiteren noch für viel Trauer, aber auch für wundervolle Musik, die die Liebenden doch vereint. Das alles passierte bein theater fayoum mit acht Koffern, einem roten Kleid, einem Paar roter Schuhe in einer knappen Stunde. Das Publikum war begeistert!

(WAZ-Bochum - 08. Feburuar 2011)

 

Ein "feiner und präziser Darsteller"

Aachen. Der 28-jährige Preisträger kann sich gleich doppelt und dreifach freuen: Oliver S. El- Fayoumy erhält die Auszeichnung für zwei starke Rollen im Grenzlandtheater, und er ist auch Jubiläumspreisträger.

1997 initiierte der «Förderverein Grenzlandtheater Aachen» e.V. den Nachwuchspreis, der dem Andenken an den unvergessenen Intendanten Karl-Heinz Walther gewidmet ist. Und der ein echter Publikumspreis ist, wie Theaterchef Manfred Langner gerne betont. Der Preis ist nicht nur eine ideelle Unterstützung für begabte junge Mimen, sondern greift dem Bühnennachwuchs auch mit einem Preisgeld in Höhe von 2500 Euro finanziell unter die Arme.
Der deutsch-ägyptische Schauspieler imponierte bereits 2006 in Eliam Kraims Terrordrama «Sechzehn Verletzte» als junger Palästinenser und profilierte sich 2007 - erneut im Zusammenspiel mit Ernst Wilhelm Lenik - in dem französischen Stück «Mit dem Finger am Abzug» als Ganove Luc. Gegen «hochkarätige Konkurrenz» habe sich der «feine und präzise Darsteller» jetzt durchgesetzt, berichtet Manfred Langner.
Übrigens: Unter insgesamt elf Preisträgern - 2004 teilten sich zwei Schauspieler die Auszeichnung - ist El-Fayoumy erst der dritte Mann. Umso größer ist die Freude für den sympathischen Mimen, der in Düsseldorf mit seiner Frau eigene künstlerische Projekte verwirklicht und auch als Sprecher für den WDR tätig ist.
Der junge Mann scheint zum festen Bestandteil der Bühne in der Elisen-Galerie zu werden: Demnächst ist er als Horatio in Shakespeares «Hamlet» zu sehen. Bei der Preisverleihung am 17. November wird er ein ganz individuelles Programm vorstellen, mit dem er auch seine gesanglichen Talente unter Beweis stellen will.

(AZ - 12. Oktober 2007)

 

Voller Einsatz, leere Stuhlreihen

Von JULIA KUNZE, 23.08.07, 22:49h

Euskirchen. Hühnersuppe. Jeden Tag kocht Liane Konrads Leibgericht: Hühnersuppe. Danach wird gelesen. Und nach dem Gute-Nacht-Kuss geht es ins Bett. Jeden Tag.

Liane und Konrad sind ein Ehepaar, das vergessen hat, weshalb es sich einmal geliebt hat. Und als Lianes letzter Versuch, die Ehe zu retten, in die Hose geht, nimmt sie ihren Koffer und will gehen. Doch Konrad nimmt sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit.

Das Theaterstück „Ein Stück Himmel“, am Mittwoch im alten Casino aufgeführt vom Theater Fayoum, ist ein Gleichnis über das Suchen, Verlieren aber auch das Wiederfinden der Liebe. Mit vollem Körpereinsatz versucht Konrad (gespielt von Oliver S. El-Fayoumy), seine Frau mit Geschichten und Fantasien von Schauplätzen ihrer Kindheit zu überzeugen. So mimt Konrad nach- und durcheinander Lianes Vater, sich selbst als kleinen Jungen, ihre Mutter und auch ihren Hund, um anschließend mit Liane (Tina El-Fayoumy) als Captain Kirk und Commander Spock zum Mars zu fliegen.

Die Begeisterung und Spielfreude der beiden Schauspieler, die auch im richtigen Leben ein Ehepaar sind, sprang nach wenigen Minuten auf das Casinale-Publikum über. Schade, dass nur 23 Theaterfans den Weg gefunden hatten. Die Schauspieler bewiesen dennoch ihre Professionalität und zeigten auch vor leeren Sitzreihen vollen Einsatz. So wurden die wenigen Requisiten immer wieder um- und übereinandergebaut und Oliver El-Fayoumy zeigte Standfestigkeit, als er auf einem Tisch und mehreren Stühlen balancierte.

Das Stück Himmel von Lilli - der kleinen Liane - ist am Ende eine Schokoladeninsel mit einer Pfefferminzpalme und einem Wasserfall aus Himbeerbrause. Und als die jugendliche Liane Konrad auf der knochigen Eiche fragt, wie er sich den Himmel vorstellt, antwortet er: „Willst du mich heiraten?“

Natürlich überzeugen Konrads Geschichten seine Frau Liane, es noch einmal mit ihm zu versuchen. „Uns war sehr wichtig, dass am Schluss der Geschichte Hoffnung steht“, erklärte das Ehepaar El-Fayoumy. „Denn es ist nicht schlimm hinzufallen, es ist nur schlimm, nicht wieder aufzustehen.“

(rhein-berg-online.de - 23.08.07)

 

Was zwei Revolver alles bewirken

Aachen. Sie sind schon ein originelles Paar - der gealterte, schrullige Schriftsteller Henri de Fressac und Luc Gerbier, der junge Kriminelle, der auf der Flucht vor der Polizei nach einem Banküberfall in das stille Leben de Fressacs stolpert. Seine Kumpels wurden gefasst, er hat einen Mann angeschossen, und jetzt ist ihm alles egal. Oder doch nicht?
Was er nicht weiß: Auch de Fressac ist am Ende. Die Ehefrau hat ihn verlassen und den Hund mitgenommen, die Schreibideen sind verweht. De Fressac greift zum Revolver - da reißt jemand die Tür auf und hat gleichfalls eine Waffe in der Hand...
«Mit dem Finger am Abzug» lautet der beziehungsreiche Titel einer «Räuberpistole» von Alain Reynaud-Fourton (uraufgeführt 2004 in Paris), die in deutscher Erstaufführung und in einer lebensnahen Übersetzung von Intendant Manfred Langner jetzt am Grenzlandtheater Aachen Premiere hatte. In den bewährten Händen von Regisseurin Erika Gesell wird daraus ein spannender und heiterer Abend, der bei aller Situationskomik durchaus Substanz aufweist.
Mit Ernst Wilhelm Lenik als Schriftsteller und Oliver S. El-Fayoumy als Luc kann sie sich auf ein bewährtes Team verlassen, denn schon in dem Stück «16 Verletzte» von Eliam Kraiem haben die beiden im Grenzlandtheater gezeigt, wie gut sie harmonieren.

Hier ist die Konstellation ähnlich: Der lebenskluge, recht kauzige Schriftsteller trifft auf den verzweifelten jungen Mann ohne Hoffnung. Der eine wurde verlassen und ist vom Leben enttäuscht, der andere hat aus dem Gefühl, zum «Müll der Gesellschaft» zu gehören, eine rebellische Straftat nach der anderen begangen.
Lenik ist als frustrierter Eigenbrötler ein wahres «Prachtexemplar» - schief geknöpfte Jacke, schlabberige Hosen, Staub. Der vergilbte Sonnenschirm kündet traurig von besseren Tagen, doch er steht in der Ecke, daneben ein Federballschläger, und im verlassenen Hundekorb sitzen nur noch die Bärchen (Bühne: Charles Copenhaver, Kostüme: Heike M. Schmidt).
Wie schön, wenn sich de Fressacs Selbstmitleid in freudige, fast amüsierte Überraschung wandelt. Da ist er plötzlich wieder - der blitzende Humor, die Ironie, der Spaß am Leben, das er gerade noch beenden wollte. Er erlebt eine Geschichte - und schreibt sie auf, schreibt, schreibt.
El-Fayoumy legt als Luc rasch die Maske des Gangsters ab. Hinter aller Aggression spürt man den ängstlichen, einsamen Jungen, der plötzlich neugierig auf diesen anderen Menschen mit leerem Kühlschrank, ohne Radio und Fernsehen wird. Und der ihn väterlich so annimmt, wie er ist, sich für ihn interessiert. Zwei Welten begegnen und öffnen einander.
Lenik und El-Fayoumy entwickeln ihre Charaktere mit Leidenschaft und Feingefühl. Herzlicher Beifall des Publikums.

(AZ - 24. Mai 2007)

 

Eine Reise zurück zu den Wurzeln

Neuss. Phantasie kann Grenzen überschreiten, kann neue Welten eröffnen, sie kann Fesseln sprengen. Phantasie kann eigentlich alles, weil sie alles erlaubt. Aber kann die Phantasie auch eine Ehe retten? Dieser Frage spüren Tina und Oliver El-Fayoumy in ihrem Zwei-Personen-Stück "Ein Stück Himmel" nach, das sie in der Alten Post zeigten.

Ihre Figuren Liane und Konrad sind dabei Protagonisten und Spiegelbilder zugleich. Ihr Tagesablauf ist an Monotonie und Langeweile nicht mehr zu überbieten. Zwischenmenschliche Regungen fallen standardisiertem Geplänkel zum Opfer. Die morgendliche Zeitungslektüre ist weniger Ausdruck der Lust an Informationen als vielmehr liebgewonnener Schutzwall vor Blickkontakt und Gespräch. Und allabendlich grüßt die Hühnersuppe freudlos am gedeckten Tisch.

Ob Konrad mit dieser Situation zufrieden ist, bleibt unbeantwortet. Zumindest sind seine Sinne abgestumpft.Doch Liane will mehr, will ihre Ehe, sich selbst und ihren Mann retten. Der Koffer ist schon gepackt, Konrad steht vor der Entscheidung: Zurück zu den gemeinsamen Wurzeln oder Verlust der Frau.

Die Wurzeln liegen weit zurück, in den Köpfen Heranwachsender. Unbekümmert und voller Naivität. Konrad, der Geschichtenerzähler und Liane, das stürmische Mädchen. Und plötzlich bekommt auch das höchst spartanische Bühnenbild des "Theater Fayoum" eine neue Bedeutung. War es bisher nur optische Untermalung der ehelichen Tristesse, wird es nun zur Herausforderung an Figuren und Zuschauer. Konrad beginnt wieder zu erzählen. Und das Bühnenbild wird wahlweise zum Raumschiff, zur knorrigen Kastanie oder zum Hundezwinger. Eine phantastische Reise, die weniger eine Erzählung alsvielmehr ein rasantes Schauspiel ist.

Um den gedanklichen Sprüngen zu folgen und in der infantilen Phantasiewelt von Konrad nicht den Faden zu verlieren, bedarf es beim Publikum schon einige Vorstellungskraft. Und eine gewisse Reife braucht es auch, um im entfesselten Spiel der Neusser Kunstförderpreisträgerin Tina El-Fayoumy sowie ihres Mannes Oliver die kleine, versteckte Nuance zu entdecken, die zwei verschiedene Lesearten des Stückes ermöglicht.

Denn wenn Liane ihrem Konrad em Ende eröffnet, der Koffer sei leer und einem weiteren Zusammenleben stehe nichts im Wege, so bleibt doch die Frage immer noch unbeantwortet. War der Rückgriff auf die Phantasie ein einmaliger Rettungsversuch? Rückbesinnung bedeutet nicht zwangsläufig Zukunft. Und insofern ist das "Stück Himmel" vielleicht doch nur eine vergängliche Wolke.

(NGZ - 17. Januar.07)

 

Kunstförderpreis

Verleihung mit Szenen

Sie ist ein Clown, ein Vogel, eine verliebte Frau - mit drei kleinen Szenen aus ihrem aktuellen Programm überzeugte Tina El-Fayoumy gestern, dass ihr mit 3000 Euro dotierte Kunstförderpreis Darstellende Kunst der Stadt Neuss zu Recht anerkannt wurde. Die stellvertretende Bürgermeisterin  Angelika Qiring-Perl überreichte der Schauspielerin und Pantomimin die Urkunde dort, wo diese einst angefangen hatte: in der Alten Post. Die Künstlerin will das Geld in das mit ihrem Mann Oliver gegründete Theater Fayoum investiern.

(NGZ - 27.April 2006)

 

Die Herzen berühren

Die Kunsförderpreisrägerin im Darstellenden Bereich, die 29jährige Tina El-Fayoumy erfindet und erzählt Geschichten und hat mit ihrem mann Oliver ein Zwei-Personen-Theater gegründet.

Neuss. Einen stimmigeren Ort für ein Treffen mit Tina El-Fayoumy als die Alte Post gibt es kaum (von ihrem Elternhaus einmal abgesehen). Denn die Kunstförderpreisträgerin 2005 ist, was man mit Fug und Recht ein Kind der Schule für Kunst und Theater nennen könnte. Schon die kleine Tina war jedes mal hellauf begeistert, wenn sie aus dem Theater kam und spielt flugs mit Freundin Birtenach, was sie zuvor gesehen hatte. Selbst das "Dinner for One" kam irgendwann darn: "Birtes kleine Schwester, die Ärmste, musste das Tigerfell spielen", erinnert sie sich lachend, so dass es dann auch nicht verwundert, das Tina Hillebrand (wie sie damals noch hieß) als Jugendliche in den Schauspielkursen der Alten Post landete und bei diversen Projekten dabei war.

Nur die "Angst vor der Bewerbung an Schauspielschulen" hat sie nach dem Abitur am nelly-Sachs.Gymnasium davon abgehalten, den Weg weiter zu gehen: "Deswegen habe ich erst einmal Sozialpädagogik studiert", sagt sie, aber dann auch schnell den Schwerpunkt auf Theaterpädagogik gelegt. schließlich hat sie sich aber doch getraut, sich an der Folkwang-Hochschule in Essen zu bewerben - und hat damit gleich in zweierlei Hinsicht das Richtige getan. Denn erstens fand sie so zur Pantomime, und zweitens lernte sie Oliver Saleh kennen, einen gebürtigen Sauerländer mit ägyptischem Vater und Schauspieler, mit dem sie nach dem Studienabschluß das Theater Fayoum in Mettmann gründete. Ein mobiles Theater, das nur aus dem Ehepaar besteht - was sich zunächst auch nicht ändern soll. Denn das Ziel der beiden ist es, "Theater unters Volk zu bringen", wie die 29-Jährige erzählt, "wir möchten nicht, dass die Menschen zu uns kommen müssen, sondern wir gehen zu ihnen hin und erreichen damit auch jene viel stärker, die mit kultur sonst nicht in berührung kommen."  Gleichwohl braucht auchein Zwei-Personen-Theater Geld, und so kommt der Künstlerin das Preisgeld von 3000 Euro überaus gelegen. Denn zurzeit sind die beiden Künstler dabei, umzuziehen, ihre Theaterarbeit auch in der verwaltung stärker zu professionalisiern. Ein erstes Stück gibt es schon, "Ein Stück Himmel" heißt es und wurde aber auch schon mehrmals aufgeführt. Aber Tina El-Fayoumy ist nicht wirklich zufrieden: "Wir waren schon ein bischen blauäugig", gibt sie zu, "haben das Stück in sechs Wochen aus dem boden gestampft, aber es hat nicht die Tiefe bekommen, die wir beabsichtigen". Also wird jetzt nachgearbeitet, an der Geschichte, die "vom Suchen, Verlieren und Wiederfinden der Liebe" erzählt, an den Figuren Liane und Konrad, die sie tragen und an dem bemühen, mit dem stück die "Herzen der zuschauer zu berühren und die Menschen die Dinge neu entdecken zu lassen". Geleitet werden Tina und Oliver El-Fayoumy dabei von einem christlichen Weltbild. Besonders gerne spielen sie denn auch in kirchen und Gemeindehäusern, können sich im Moment auch nicht vorstellen, an einem Theater fest zu arbeiten, "wenn dann für Stückverträge im Kinder- und Jugendtheater". Geschichten mit reduzierten Mitteln zu erzählen ist ihr gemeinsames Anliegen, und am liebsten denken sie sich selbst aus. Bühnenbild und Requisiten sind auf ein minimum reduziert; die beiden Künstler nutzen vor allem ihren Körper und dessen Sprache: "Mit Pantomime kann man Geschichten noch entwickeln."

(NGZ - 11. März 2006)

 

Mit Bratsche und Pantomime

Neuss.(...) Die andere Trägerin des Kunstförderpreises, tina El-Fayoumy, die als Tina Hillebrand 1976 in neuss geboren wurde, war noch Schülerin am Nelly-Sachs-Gymnasium, als sie die ALte Post für sich entdeckte und dort über lange Zeit an Kursen und Projekten teilnahm. Nach einem Sozialpädagogikstudium mit Schwerpunkt Theaterpädagogik begann sie ein Pantomime-Studium an der Essener Folkwang-Hochschule und wagte zusammen mit ihrem Mann Oliver, einem ausgebildeten Schauspieler, nach dem Abschluß im vergangenen Frühjahr sofort den Sprung in die Selbständigkeit, so dass nicht schwer zu erraten ist, wohin das Preisgeld von 3000 Euro fließen wird. "Theater Fayoum" heißt das Unternehmen, dass die beiden in Mettmann gründeten. Mit dem Stück "Ein Stück Himmel" hat das Ehepaar seine freiberufliche Laufbahn gestartet.

(NGZ - 28. Januar 2006)

 

Ein Stück Himmel
Junges Künstlerehepaar spielt für die ganze Familie. Ziel ist ein professionelles Theater im kirchlichen Raum

Erkrath. „Theater Fayoum“, das sind Tina und Oliver El-Fayoumy. Beide haben im März diesen Jahres ihr Schauspiel- und Pantomime Studium an der Folkwang-Hochschule Essen beendet und beginnen jetzt mit ihrem ersten Stück „Ein Stück Himmel“ ihre freie Theater- laufbahn.Das junge Künstlerehepaar hat sich zum Ziel gesetzt im kirchlichen Raum eine professionelle Theaterarbeit zu entwickeln. Die beiden wollen Geschichten von Gott und den Menschen erzählen und ver- stehen ihre Kunst als Impulsgeber neu, genauer hinzuschauen.Dabei unterscheiden die Künstler höchstens bei der Erzählweise nicht jedoch beim Inhalt zwischen Theater für Kinder und Theater für Erwachsene. „Wie können wir als Erwachsene spannendes Theater für Kinder machen, wenn wir es nicht selbst spannend finden?“ Vielleicht ist ihre erste Produktion deshalb ein Stück fü die ganze Familie geworden. Orientiert haben die beiden sich während der Entwicklung an der Geschichte „Heaven“ von Nicholas Allan.

Neben verschiedenen freien Theaterprojekten waren die beiden auch schon zu Gast am Düssel- dorfer Schauspielhaus und dem Aalto-Theater Essen. Im Sommer steht Oliver El-Fayoumy für eine Produktion vom Kinder- und Jugendtheater Düsseldorf auf der Bühne.Vorher zeigt das Paar seine Geschichte aber ein weiteres Mal in Erkrath: Am Sonntag 17. Juni um 15.30 Uhr in den Räumen der Gemeinde Treffpunkt Leben Unterfeldhaus, Heinrich Hertz-Straße 25.

(NRZ – 13. Juli 2005)

 

Die Herzen erreichen
Die Schauspieler Tina und Oliver El-Fayoumy aus Mettmann wollen das Theater zu den Menschen bringen. Grundlage ist ein christliches Weltbild. Mit „Ein Stück Himmel“ beginnt ihre freiberufliche Laufbahn.

Mettmann /Erkrath „Wir wollen Menschen erreichen, die sonst nicht mit dem Theater in Berührung kommen.“ Das Ziel, das sich Tina und Oliver El-Fayoumy aus Mettmann gesetzt haben, klingt einfach. Der Weg dorthin ist es weniger. Im März haben die beiden ihr Studium an der Folkwang- Hochschule beendet – und sofort den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Die erste Produk- tion des Theater Fayoum, „Ein Stück Himmel“, wird morgen zum dritten Mal bei der Treffpunkt Leben Gemeinde in Unterfeldhaus aufgeführt.
Für die Auftritte in der Kirchengemeinde hat das junge Ehepaar sich bewusst entschieden. Die beiden wollten weg vom Bildungsbürgertum, das in den Theaterhäusern Applaus spendet, weil das zum guten Ton gehört. Sie wollen Theater auch zu den Menschen bringen, die damit sonst nicht in Berührung kommen. „Und in der Gemeinde haben wir ein gemischtes Publikum“ meint Oliver El-Fayoumy.
Was das Mettmanner Paar versucht, ist eine schwierige Gratwanderung. Zum einen wollen sie nicht in die „abgehobene Kunstwelt“ entgleiten, zum anderen aber doch „den Kontakt zu ihr nicht verlieren“. Den Spagat schaffen die Schauspieler durch die Freiberuflichkeit. Gastspiele am Düsseldorfer Schau- spielhaus und am Aalto Theater in Essen, Workshops, theaterpädagogische Arbeit im Rahmen der offenen Ganztagsschule, eigene Produktionen – all das sichert nicht nur einigermaßen den Lebens- unterhalt, sondern schafft auch eine Brücke zwischen Kunst und Alltag. Geleitet werden Tina und Oliver El-Fayoumy in ihrer Arbeit durch ein christlich geprägtes Weltbild. Auch wenn die beiden fern von jedem Dogmatismus sind, so wollen sie doch zeigen, dass es einen Gott gibt. „Wir wollen von ihm erzählen“, sagt Tina El-Fayoumy. „An einem Schauspielhaus könnten wir das mit Einfluss nicht tun“, ergänzt ihr Mann. „Uns ist innere Freiheit wichtiger als materielle Sicherheit und Technik.“
Darum kommt auch „Ein Stück Himmel“ mit wenigen Requisiten aus – fast wie ein Straßentheater. Mimik, Gestik, Kleidung und ein par kleine Utensilien auf einem Tisch reichen aus. Wichtig sind die Bilder. „Wir können auf der Bühne die Realität nicht eins zu eins abbilden“, sagt Oliver El-Fayoumy. „Das kann ein Film besser.“ Und so wird beispielsweise das Thema Tod veranschaulicht, indem ein Hund seine Koffer packt und geht. „Wir wollen mit solchen Ideen die Herzen der Menschen erreichen“, so Tina El-Fayoumy. „Das geht nicht über Verstand und Intellekt.“ Ihr Mann ergänzt: „Das Herz ist das schicht-übergreifende Kommunikationszentrum des Menschen.“

(RP – 16. Juli 2005)